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31.7.01: Autos als Filmstar
Zu Zeiten von John Wayne war die Sache noch einfach: Der Held war immer der mit dem schönsten Pferd. Doch seit James Bond oder nun Lara Croft vor großem Kino- und TV-Publikum antreten, um die Welt zu retten, wird die Frage nach dem bevorzugten Fortbewegungsmittel interessanter.
Weil Autohersteller die Kinohelden als potenzielle Imageträger entdeckt haben, sorgen sie mit Geschick und mitunter auch finanzieller Zuwendung dafür, dass zur richtigen Zeit das richtige Auto über die Leinwand rollt.
Jüngstes Beispiel für dieses so genannte Product Placement ist die zentrale Rolle eines Land Rover Defenders im Actionfilm “Tomb Raider”, mit dem Schauspielerin Angelina Jolie durch den Dschungel pflügt. Für den Dreh hat Land Rover nach Angaben des Unternehmens eine Reihe von Fahrzeugen zur Verfügung gestellt, die direkt im Werk mit mehr Leistung und allerlei Zubehör für wüste Offroad-Touren bestückt wurden. Und zum ersten Mal kommen jetzt auch Kinobesucher in den möglichen Genuss einer Ausfahrt mit dem Wagen ihrer Leinwandheldin. Denn parallel zum Filmstart hat Land Rover eigens ein Tomb Raider-Sondermodell lanciert, das Lara Crofts Dienstwagen täuschend ähnlich sieht.
Die längste Tradition hat das automobile Product Placement sicher bei James Bond, der zumeist einen Sportwagen bevorzugt, welcher freilich mit reichlich ballistischen Sonderheiten veredelt wurde. Nachdem 007 lange Zeit fest mit einem Aston Martin DB5 verbandelt war und später Lotus Esprit fuhr, hat sich der vermutlich berühmteste Geheimagent der Welt nach Angaben von BMW in München lange Zeit mit den Bayern angefreundet: In `Goldeneye´ von 1995 machte er den Roadster Z3 kurz vor seiner Markteinführung weltweit bekannt und nahm damit den Werbern aus München viel Arbeit ab.
Zwei Jahre später zeigte er in `Der Morgen stirbt nie´, dass ein BMW 750iL fliegen kann. Und im 19. Bond-Film `Die Welt ist nicht genug´ macht er auf russischen Ölfeldern Reklame für den Luxus-Roadster Z8, der allerdings von einer riesigen Kreissäge sehr zum Leidwesen der BMW-Fans halbiert wird. Nachdem BMW mit dem Rover-Debakel zwischenzeitlich in England keinen guten Stand hatte, ist die Partnerschaft zwischen Bond und den Bayern offensichtlich etwas abgekühlt. Denn im seinem nächsten Film, der vermutlich zum Winter in die Kinos kommt, wird der weltgewandte Herzensbrecher angeblich wieder einen Aston Martin fahren.
Doch BMW ist auch ohne James Bond gut auf Leinwand und Mattscheibe präsent. Wann immer Harry für Derrick schon mal den Wagen holte, brachte er dem Kommissar einen BMW, in alten Folgen von Dallas war TV-Fiesling J.R. mit dem 7er unterwegs und auch in den aktuellen Krimiserien der Privatsender haben die Bayern eine gute Quote.
Auch die Konkurrenz in Stuttgart hat längst ihren Weg in Kino und Fernsehen gefunden. Nicht nur, dass immer wieder ein Mercedes als Hauptgewinn bei mancher TV-Show winkt, auch im großen Kino haben die Schwaben schon oft gepunktet. So lieferten man laut Mercedes in Stuttgart ein paar Monaten vor Verkaufsbeginn die ersten Exemplare der M-Klasse, die dann ihren großen Auftritt im Dinosaurier-Abenteuer “Jurassic Park” hatten.
Auch der VW-Konzern versteht sich ganz gut darauf, seine Autos im Film unterzubringen. So gibt es offensichtlich eine fruchtbare Partnerschaft mit Regisseur Willy Bogner, der einstmals mit “Fire & Ice” den Golf Country groß gemacht und im vergangenen Jahr auch den Audi Allroad auf die Leinwand gebracht hat.
Opel hat den Speedster so gut platziert, dass unlängst sogar ein ganzer Film um eine Werbekampagne für den luftigen Zweisitzer gestrickt wurde. Doch in aller Regel reicht es selbst bei solchen Projekten für die Autos oft nur zu vielbeachteten Nebenrollen. Der erste Platz im Abspann dagegen gebührt den technischen Helden nur in wirklich seltenen Fällen. Wie bei Herbie, dem verrückten Käfer, oder seinem deutschen Pendant Dudu. Doch da nehmen selbst die Autos menschliche Züge an.
Quelle: Web.de
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